Philosophie

Der kalte Herd ist eine von Tracht inspirierte Kollektion für Frauen, die Freude an der Trachtenkultur haben und dies auch gerne abseits von Trachtenverein und Oktoberfest, zeigen möchten.

Das besondere an Trachten ist sicherlich der liebevolle Detailreichtum. Spitzen, Stickereien, Perlen und bunte Bänder in Hülle und Fülle. Nicht zu vergessen die vorteilhafte Schnittführung. Diese bringt die Proportionen jeder Frau positiv zur Geltung. Dennoch hat es die Tracht nicht zurück in den Kleiderschrank als Alltagskleidung geschafft, sondern wird mehr für den „zünftigen Anlass“ gewählt. Im Servicebereicht beispielsweise, ist die Tracht, oder genauer gesagt, das Dirndl, ein guter Partner, wenn es darum geht, möglichst bodenständig und volkstümlich zu erscheinen.

Aber Trachten verweisen auf noch mehr, als Handwerkskunst und Tradition. In ihrer ursprünglichen Form ist eine Tracht ein ganz persönliches Kleidungsstück. Man wählte gemeinsam mit der/dem TrachtenschneiderIn den Stoff aus, genauso wie Knöpfe, Bänder und Stickereien. Die Tracht wurde einem auf den Leib geschneidert, also nach den eigenen, individuellen Maßen. Umtauschen, musste man da nicht, denn es passte und war genauso, wie man sich das vorgestellt hatte.
Ging mal was kaputt, so wurde geflickt. Änderten sich die eigenen Proportionen (z.B.: durch eine Schwangerschaft) so änderte man die Tracht ab. So blieb sie ein ständiger Begleiter und hatte eine lange „Lebensdauer“ - > slow fashion.
Somit folgt der kalte Herd in der Herstellung den Prinzipien der TrachtenschneiderInnnen und kann als slow fashion bezeichnet werden. Aus einem Pool an verschiedenen Modellen, kann sich die Trägerin etwas heraussuchen und gewünschte Änderungen in Form, Farbe und Dekor direkt mit der Designerin besprechen. Nachdem Maß genommen wurden, kann nun das gewünschte Kleidungsstück angefertigt werden.

„Der Fokus des Slow-Fashion-Konzeptes liegt tatsächlich auf der Drosselung des Tempos der Produktion und auf längere Konsumzyklen. Der Verbraucher soll sich dauerhaft mit einem Kleidungsstück identifizieren, sich dafür stärker verantwortlich fühlen, es pflegen und schätzen.“ Zitat aus „Slow Fashion“ von Anne Theresia Wanders; 2009 Verlag Niggli AG

von Albert Kretschmer 1870