der kalte Herd – eine eigenwillige Kollektion von den Schwarzwälder Trachten inspiriert

Diese Kollektion begab sich in die Tiefen des Schwarzwalds, beschäftigte sich mit einer fast vergessenen Kultur und tauchte ein, in ein Meer von Nostalgie und Paradoxie.

Ausgehend von den einfachen Lebensverhältnissen der Bauernfamilien vergangener Generationen, sowie dem dazugehörigen Handwerk, setzte diese Kollektion auf Wertigkeit und animierte zu einem bewussteren Umgang mit der eigenen Kleidung. Das Märchen „Das kalte Herz“, von Wilhelm Hauff, vermittelte dabei visuell und spielerisch nicht nur das Widersprüchliche, was in unserer deutschen Trachtenkultur zu finden ist, sondern auch die Paradoxie an dem Geschäft mit der Mode.
Trachtenelemente wurden auf subtile Art und Weise in einen neuen Kontext gesetzt und schufen so die Brücke zwischen Museumskleid und Hüttengaudi.

Es entwickelte sich für Alexandra eine eigene Systematik der Kollektionsfindung und -erstellung sowie ein eigenwilliger Blick auf das Modedesign selbst. Die Recherche entsprach den Traditionen und Tugenden des Handwerks: mit Kopf, Herz und Hand. Der Kopf steht für das Theoretische; die Auseinandersetzung und Ausarbeitung mit entsprechender Literatur. Das Herz steht für ihren persönlichen Bezug zur Tracht in der eigenen Familie. Insbesondere ihrer Großmutter als Auslöser des gewählten Inspirationsthemas, welches zur Herzensangelegenheit wurde. Das Erproben von verschiedenen Handwerkskünsten im Selbstversuch steht für das selbst Hand anlegen.

„Der kalte Herd“ setzte seinen Schwerpunkt auf gestalterische Elemente, wie sie auch in der Trachtenkultur zu finden sind. Drucke, Stickereien und der Einsatz von Web-Bänder zeigten spielerisch und humorvoll die Paradoxie unserer Trachtenkultur und auch des „Modegeschäfts“, auf. Es entstanden verschiedene, miteinander kombinierbare Motive:
fleischfressende Pflanzen, zerfließende Herzen, lustige Bananenblumen, beißende Herzfresser, versteckte Glasmännlein, glitzernde Bonbons und ein verspielter Rosenkranz.

Die Schnittentwicklung basierte weitestgehend auf einem Drapiersystem mittels Webbändern. Diese formen und führen das Textil um den Körper. Das Model bleibt so flexibel und passt sich der/dem TrägerIn und seinen Proportionen an. Eine Auswahl an verschiedenen Charakteren und Körperformen der Modelle verdeutlichten die Vielseitigkeit der Kollektion und profitierten von deren Ausstrahlung und Einzigartigkeit.

Eine Kollektion für Frauen und Männer, die Freude an der eigenen Trachtenkultur haben und dies auch gerne abseits von Trachtenverein und Oktoberfesten, zeigen möchten. Diese Kollektion ist von den Schwarzwälder Trachten inspiriert. Sie greift das Damals und das Heute auf und präsentiert sich selbst als eine mögliche Zukunft.

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„der kalte Herd “ Fortsetzung

„der kalte Herd“ Auszeichnungen

Layout von kalagrafik

Buchdruck von Druckerei Hartmann

Bindung von Artes et Libri